Der Mil Mi-6 war einst der weltgrößte in Serie gefertigte Hubschrauber und der erste sowjetische turbinengetriebene Hubschrauber. Der Prototyp absolvierte seinen Erstflug am 5. Juni 1957 mit Testpilot Rafail Kapreljan; bis 1981 wurden insgesamt über 900 Exemplare gebaut.
Die Mi-6 stellte zwischen 1957 und 1964 insgesamt 17 Weltrekorde auf, darunter die Höchstgeschwindigkeit von über 300 km/h – als erster Hubschrauber der Welt überschritt sie damit diese Grenze. Letzteres verdankt sie ihren zwei Tragflächen, die den Rotor beim Reiseflug um bis zu 20 % entlasten; bei Lastflügen werden sie allerdings abgenommen. Neben dem Einsatz als Transporthubschrauber sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich gibt es auch eine Version zur Brandbekämpfung, die 12.000 Liter Wasser fassen kann. Im militärischen Einsatz kann die Mi-6 mit einem 12,7-mm-Maschinengewehr im Bug bestückt werden. Ein besonders markanter Einsatz war die Katastrophenhilfe nach dem Reaktorunglück in Tschernobyl 1986, wo Mi-6-Hubschrauber beim Abwurf von Sand und anderen Dämpfstoffen auf den havarierten Reaktorblock eingesetzt wurden.

