Der ALH (Advanced Light Helicopter) ist ein gemeinsames Projekt von Eurocopter und der indischen HAL. Den Erstflug absolvierte der ALH am 20. August 1992 in Bangalore. Aufgrund von US-Sanktionen nach den indischen Atomtests 1998 verzögerte sich die geplante Lieferung der ursprünglich vorgesehenen Triebwerke erheblich; die Maschine wurde daraufhin auf eine Version der Turbomeca TM 333-2B2 mit 746 kW Leistung umkonstruiert. Die Auslieferung an die indischen Streitkräfte begann schließlich im Januar 2002 – neun Jahre nach dem Erstflug – zunächst an die indische Küstenwache, gefolgt von Versionen für Armee, Marine und Luftwaffe.
HAL war für das Design des Hubschraubers und der Systeme sowie für die Herstellung und Montage der Prototypen sowie für die System- und Flugtests verantwortlich. Eurocopter hingegen steuerte die Entwicklungserfahrung bei, stellte die Rotorblätter, testete den Hauptrotor und entwickelte das neue, wartungsfreie Vibrationsdämpfungssystem ARIS (Anti-Resonance Vibration Isolation System). Auch verfügt der ALH über ein neues Getriebesystem mit Namen IDS (Integriertes Dynamisches System), welches wesentlich leichter als herkömmliche Getriebe ist.
Die militärische Version trägt die Bezeichnung "Dhruv", ein Wort aus dem Sanskrit, das Polarstern bedeutet. Im Laufe der Jahre entstanden zahlreiche Weiterentwicklungen: Die verbesserte Version Dhruv Mk.III erhielt leistungsstärkere Shakti-Turbinen (eine Gemeinschaftsentwicklung von Turbomeca und Indien, auch als Ardiden 1H bekannt) sowie neue Selbstschutzsysteme. Die bewaffnete Variante Rudra bildet heute einen wichtigen Bestandteil der indischen Heeresfliegerkräfte; allein die indische Armee betreibt 145 Dhruv, davon 75 in der Rudra-Ausführung. Am 30. Dezember 2025 absolvierte mit dem Dhruv NG (New Generation) die neueste Version ihren Erstflug, mit der HAL erstmals gezielt auch zivile Marktanteile gewinnen möchte, nachdem bislang ausschließlich militärische Varianten verkauft werden konnten.

