Der Westland Sea King ist eine modifizierte, verbesserte Version des Sikorsky S-61 (SH-3) und wird von Westland (Großbritannien) unter Lizenz gefertigt. Der Sea King bekam statt einer General-Electric-Turbine ein Rolls-Royce-Gnome-Triebwerk mit einem automatischen Triebwerksregler; die Avionik wurde erweitert. Ferner besitzt er einen Autopiloten und ein hinter dem Rotor liegendes Suchradar. Um den Sea King beispielsweise in einem Schiffshangar unterzubringen, ist er mit einer automatischen Faltanlage für den Hauptrotor und einem klappbaren Rumpfhinterteil ausgestattet.
Bei der deutschen Marine wurde der Westland Sea King Mk.41, von den Marinepiloten liebevoll "Bock" genannt, hauptsächlich als Transporthubschrauber und für SAR-Einsätze verwendet. Er hat einen aufpälligen schiffsartigen Rumpf, wodurch er bei Triebwerksausfällen Notwasserungen durchführen kann – eine Fähigkeit, die ihn für SAR-Einsätze über See geradezu prädestiniert. Bei stärkerem Seegang können zusätzlich an jeder Seite Schwimmkörper ausgefahren werden, um den Hubschrauber auf dem Wasser zu stabilisieren. Falls nur ein Triebwerk ausgefallen ist, kann der Sea King zwar nicht mehr aufsteigen, ist jedoch in der Lage, mit einem Triebwerk wie ein Schiff weiterzufahren: Der Pilot neigt den Rotor nach vorne und zieht sich so mit dem Auftrieb, der nicht stark genug zum Abheben ist, nach vorne. Zwar besitzt der Sea King ein 360-Grad-Rundumsicht-Radar, kann dieses jedoch nicht voll nutzen, da der nach vorne gerichtete, ca. 30 Grad breite Suchbereich durch das Triebwerk gestört wird. Die Sea Kings der deutschen Marine wurden daher zusätzlich mit einem an der Nase montierten Siemens-Radar ausgestattet, das den fehlenden Bereich abdeckt. Zur Schiffsbekämpfung kann der Sea King mit vier Sea-Skua-Anti-Schiffs-Raketen bestückt werden.
Die ersten Planungen zur Beschaffung begannen im Jahr 1964; der erste Sea King der Marineflieger flog im März 1972 in England. Im Zeitraum April 1973 bis September 1974 wurden 22 Westland WS-61 Sea King an das Marinefliegergeschwader 5 (MFG 5), zunächst in Kiel-Holtenau (seit November 2012 in Nordholz bei Cuxhaven), ausgeliefert. Seit 1975 versah der Sea King seinen Dienst im SAR-Dienst über Nord- und Ostsee; neben der Hauptbasis Nordholz unterhielt das MFG 5 Außenstationen auf den Nordseeninseln Borkum und Helgoland sowie in Warnemünde. In seiner mehr als 50-jährigen Dienstzeit rückte die Flotte zu insgesamt 14.645 SAR-Einsätzen aus und war auch bei nationalen Naturkatastrophen – wie den Schneekatastrophen 1978/79 und 2010 sowie bei Hochwassern an Oder und Elbe – und international, etwa nach dem Tsunami in Indonesien 2004/2005, im Einsatz.
Ab 2020 übernahm der NH-90 NTH Sea Lion schrittweise die SAR-Aufgaben des Sea King. Am 15. August 2024 landete der letzte Sea King Mk.41 operativ auf dem Stutzpunkt Nordholz; die feierliche außerdienststellung fand am 31. August 2024 statt. Während der 50-jährigen Dienstzeit flogen insgesamt 349 Besatzungsangehörige auf dem Sea King Mk.41 – 199 Piloten, 88 Luftoperationsoffiziere und 62 Bordmechaniker. Drei Maschinen bleiben als Ausstellungsstücke in Deutschland erhalten: eine im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow, eine im AERONAUTICUM in Nordholz und eine am Marine-Ehrenmal in Laboe. Die ausgemusterten verbleibenden Sea Kings sollen – analog zu den an die Ukraine übergebenen Sea King Mk.41 – möglicherweise ebenfalls an die Ukraine weitergegeben werden.

