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Mil Mi-8 (Hip) /Mi-9 (Hip G)

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Technische Daten
Hauptrotordurchmesser: 21,29 m
Länge: 18,31 m
Triebwerk: 2 Isotov TV2-117A-Turbinen (je 1700 WPS)
Leergewicht: 6716 kg
Startgewicht: 12000 kg
Höchstgeschwindigkeit: 260 km/h
Reisegeschwindigkeit: 180 km/h
Reichweite: 465 km mit Reserve
Hersteller / Land: Mil / Russland
 

Der Mil Mi-8 zählt zur Gruppe der bewaffneten Mehrzweckhubschrauber und wurde als turbinengetriebene Unterstützungsversion zum verbreiteten, jedoch kolbenmotorbetriebenen Mil Mi-4 konzipiert und an die gesamten Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes geliefert. Er besitzt ein starres, dreibeiniges Fahrwerk mit einem Doppelbugrad und weist durch den Gebrauch der wesentlich kompakteren Isotov-Turbine, die nun über der Kabine montiert werden konnte, ein wesentlich größeres Raumgebot auf. Dadurch kann der Mi-8 neben den drei Besatzungsmitgliedern (zwei Piloten und einem Bordingenieur) bis zu 32 Passagiere/Soldaten oder 12 Tragbahren für Verwundete und einen Sanitäter befördern. Der Mi-8 ist standardmäßig mit VHF-Funk, einem Radarkompass- und Höhenmesser, GPWS und einem Autopiloten mit Autohover (automatische Schwebefunktion) ausgestattet. Zur Standardausrüstung gehört des Weiteren eine Enteisungsanlage, die Scheiben werden elektronisch geheizt, die Rotorblätter durch die heiße Abluft der Turbine erwärmt. Eine Rettungswinde mit einer max. Tragkraft von 150 kg und eine Klimaanlage können wahlweise eingebaut werden. Der Mil Mi-8 ist äußerst robust, simpel zu warten und kann in Polarregionen, in der Wüste und im Dschungel operieren, weshalb er gerade in Ländern der Dritten Welt sehr beliebt ist. Insgesamt wurden über 10.000 Mi-8 produziert; zusammen mit allen Nachfolge- und Exportversionen der Mi-8/Mi-17-Familie wurden weit über 17.000 Maschinen gebaut – mehr als jede andere Hubschrauberfamilie der Welt. Der Mi-8 hat für die Russen den gleichen nostalgischen Wert wie der "Huey" für die Amerikaner.

Durch zahlreiche Modifikationen und Erweiterungen wurden folgende Versionen des Mi-8 (Hip) konzipiert:

  • Hip-A: NATO-Codename des ersten Prototyps, der 1960 seinen Erstflug absolvierte (1962 folgte ein zweiter Prototyp), bei den Russen als W-8 bekannt. Aufgrund einer Verzögerung in der Entwicklung der neuen Isotov-Turbine und des Hauptrotors war der Hip-A noch mit einer 2700-WPS-starken Solowjow-D-25-Turbine und einem leicht modifizierten Vierblattrotor des Mi-4 ausgestattet; ferner hatte er nur Platz für 28 Passagiere.

  • Hip-B: Ging 1964 in Serienproduktion und war bereits mit zwei der neuen Isotov-TV-2-Turbinen (je 1500 WPS), jedoch für kurze Zeit noch mit dem alten Rotor des Mi-4 ausgestattet; später folgte die Einführung des neuen Fünfblattrotors und einer neuen Hauptrotornabe.

  • Hip-C: Bewaffnete Transportversion mit vier Waffenaufhängungen, Platz für 30 Soldaten und dem kleineren, jedoch verbesserten Heckrotor des Mi-6.

  • Hip-D: Spezialversion als fliegender Befehlsposten mit Funkzentrale, an Zusatzantennen erkennbar; wurde später durch den Mi-9 (Hip-G) ersetzt.

  • Hip-E: Galt mit seinen sechs Waffenaufhängungen lange als der am schwersten bewaffnete Hubschrauber; er kann bis zu 192 ungelenkte 57-mm-Raketen und bis zu vier ferngelenkte Panzerabwehrraketen vom Typ AT-2 "Swatter" tragen. Im Bug ist ein lafettiertes 12,7-mm-MG installiert; ferner kann er mit Splitter- oder Napalmbomben und diversen anderen leichten Bomben sowie Seeminen oder Torpedos bewaffnet werden.

  • Hip-G / Mi-9: Auf dem Mi-8T basierende Spezialversion, als fliegende Kommandozentrale für die Stäbe der russischen Landstreitkräfte, in der ehemaligen DDR und der NVA (Nationale Volksarmee) sowie in der Tschechoslowakei und Ungarn eingesetzt. Die Navigationsgeräte und die Funkausrüstung sind mit der Standardversion identisch, wurden jedoch durch ein R-886 (KW), ein R-802 und R-111 (UKW) und ein R-405 (Richtfunk) ergänzt, die unter anderem zur Störung des Funkverkehrs dienen. Zusätzliche Vermittlungs- und Chiffriergeräte ergänzen sein Spektrum als Führungshubschrauber; alle zusätzlichen Geräte werden von einem separaten Generator betrieben. Der Laderaum ist in die Nachrichtenzentrale, einen Raum für die operative Gruppe mit Kartentisch und Übersichtstafeln und die Gerätesektion mit Stromaggregat und Bodenantennen gegliedert. Äußerlich ist der Mi-9 gut an den eckigen Antennen an Bug und Heckausleger zu erkennen; nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurden viele Maschinen in die Streitkräfte der Bundeswehr übernommen.

  • Mi-8T: Bewaffnete Transportversion mit Platz für 32 Passagiere und Aufhängungen für Raketen vom Typ UV-16-57 und UV-32-57 oder leichte Bomben; von anderen Ländern leicht modifiziert. Finnland montierte ein Wetterradar unter der Nase und einen Scheinwerfer; Ägypten verwendet britische Sandfilter; Angola und Äthiopien nutzen P20-Filter der neueren Mi-17, um die Lufteinlässe der Turbinen vor Sand zu schützen.

  • Mi-8S ("Salon"): Unbewaffnete, komfortable VIP-Version mit Klimaanlage und Platz für 11 Personen.

  • Mi-8TB: Bewaffneter Begleithubschrauber mit 12,7-mm-MG im Bug und Aufhängungen für Raketenbehälter sowie Swatter-Panzerabwehrraketen.

  • Mi-8TBK: Gleiche Version für die ehemalige DDR, Jugoslawien und Nicaragua, jedoch mit sechs Raketen vom Typ AT-3 "Sagger", da der Raketentyp "Swatter" von den Russen nicht exportiert wurde.

  • Mi-8SMV (Hip-J) und Mi-8PPA (Hip-K): Spezialausführungen für die elektronische Kriegsführung; mit Düppel- und Täuschkörperwerfer und Geräten zur Störung des Funkverkehrs ausgestattet, leicht an insgesamt sechs großen, kreuzförmigen Antennen an Rumpf und Heck zu erkennen.

 

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