1 Lockheed AH-56 Cheyenne- Heliport.de

Lockheed AH-56 Cheyenne

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Technische Daten
Hauptrotordurchmesser: 15,62 m
Länge: 16,66 m
Triebwerk: 1 General Electric T64-GE-16 Turbine mit 2927 PS
Leergewicht: 5541 kg
Startgewicht: 11739 kg
Höchstgeschwindigkeit: 445 km/h
Reisegeschwindigkeit: keine Angabe
Reichweite: 1970 km
Hersteller / Land: Lockheed / USA
 

Die AH-56 Cheyenne ist einer der faszinierendsten und ehrgeizigsten Kampfhubschrauber-Entwürfe der Luftfahrtgeschichte – und zugleich ein Projekt, dessen Scheitern letztlich zur Entwicklung des AH-64 Apache führte. Die Entwicklung begann Mitte der 1960er-Jahre im Rahmen des AAFSS-Programms (Advanced Aerial Fire Support System) der US Army, die einen Kampfhubschrauber forderte, der bei jedem Wetter bei Tag und Nacht operieren und dem Gegner sowohl offensiv als auch defensiv überlegen sein sollte. Am 1. August 1964 wurden 148 Unternehmen zur Angebotsabgabe eingeladen; am 3. November 1965 gab die Army Lockheed als Sieger des Wettbewerbs bekannt und beauftragte das Unternehmen mit dem Bau von zehn Prototypen. Der Erstflug der AH-56A Cheyenne fand am 21. September 1967 in Van Nuys, Kalifornien, statt.

Die Cheyenne war kein konventioneller Hubschrauber, sondern ein Compound-Drehflügler: Neben dem vierblättrigen Hauptrotor besaß sie einen Schubpropeller am Heck sowie kurze Stummelflügel, die bei hoher Geschwindigkeit zusätzlichen Auftrieb lieferten und als Waffenträger dienten. Damit konnte sie deutlich schneller fliegen als herkömmliche Hubschrauber. Die Kampftaktik sah vor, im Sturzflug auf das Ziel zuzufliegen und dabei ungelenkte 70-mm-Raketen sowie Feuerstöße aus der 20-mm-Kanone abzufeuern.

So erfüllte die Cheyenne eigentlich alle Anforderungen, doch mehrere Faktoren erwiesen sich als fatal. Zum einen stieg die Inflation in den 1970er-Jahren steil an, wodurch das Forschungsbudget in Schwierigkeiten geriet. Ferner kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der US Air Force und der US Army über die beste Methode zur Bodenunterstützung. Den letzten Schlag versetzte die Einführung der tragbaren SA-7-Luftabwehrrakete, die genau in den Sturzflugwinkel des angreifenden Hubschraubers gefeuert werden konnte und ihn dadurch hochgradig verwundbar machte. Hinzu kamen technische Probleme mit dem starren Rotorkopf: Am 12. März 1969 verunglückte der dritte Prototyp tödlich, als der Rotor instabil wurde und in Cockpit und Heckausleger schlug. In Anbetracht all dieser Faktoren wurde das AH-56-Projekt schließlich eingestellt; eine bereits vorliegende Bestellung über 375 Maschinen wurde storniert. Die US Air Force betrieb ihr eigenes Programm unter dem Namen "Attack Experimental" weiter, das schließlich zur A-10 Thunderbolt II führte. Die US Army veränderte ihre Anforderungen an einen Kampfhubschrauber – weg vom aggressiven Sturzflugkonzept, hin zu einem schwer entdeckbaren, tiefflugfähigen und wendigen Hubschrauber – was schließlich zur Entwicklung des AH-64 Apache führte.

 

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