Der erste Prototyp der Vorgängerentwicklung, die Bo 108, absolvierte am 15. Oktober 1988 seinen Erstflug und sollte ursprünglich nur ein Demonstrationsmodell für neue Technologien werden.
Der zweite Prototyp folgte am 5. Juni 1991 und wurde dabei erheblich umgestaltet: Er war 15 cm länger und erhielt den für Eurocopter charakteristischen Fenestron-Heckrotor. Mit der Gründung von Eurocopter brachte MBB die Bo 108 in das neue Gemeinschaftsunternehmen ein; der französische Teil von Eurocopter (ehem. Aérospatiale) steuerte eben diesen Fenestron-Heckrotor bei, der eine deutliche Geräuschreduzierung und einen Sicherheitsgewinn versprach. Am 1. Februar 1994 hob die umgebaute Bo 108 A1 als erster Hubschrauber der neuen Baureihe EC 135 in Ottobrunn zu ihrem Erstflug ab; 1996 lief die Serienproduktion an. Beim in Serie gefertigten Modell kann der Kunde zwischen zwei Triebwerksvarianten wählen: der Turbomeca Arrius 2B (EC 135 T) und dem Pratt & Whitney PW206B (EC 135 P). Ferner ist der EC 135 mit neuester Avionik ausgestattet und dank des Fenestron-Heckrotors wurden der Geräuschpegel und die Vibrationen beim Flug erheblich verringert.
In Deutschland wird der EC 135 (heute H135) von der Polizei, der Bundeswehr und der Bundespolizei eingesetzt. Bei der Polizei ist er inzwischen in fast allen Bundesländern vertreten. Die Maschinen sind mit modernster Technik ausgestattet: Zur Ausrüstung zählen eine IR-Wärmebildkamera, ein FLIR für die Nachtsicht und ein 1600-Watt-Suchscheinwerfer. Zur Navigation ist er mit GPS und einem digitalen Kartensystem ausgestattet, zur Aufklärung und Beobachtung dienen eine Luftbild- und eine Tageslichtvideokamera. Ferner ist er mit einem Wetterradar, einem Außenlautsprecher, einer Winde und einer Enteisungsanlage ausgestattet.
Seit September 2000 wird der EC 135 SHS (Schulungshubschrauber) von der Bundeswehr verwendet; die Bundeswehr beschaffte zur Erstausbildung eine spezielle hochbeinige Version des EC 135 T1 mit erhöhtem Kufenlandegestell. Das Aufgabenfeld des EC 135 SHS umfasst ausschließlich Schulungszwecke. Die vorrangige Absicht war es, Piloten auf einem Hubschraubertyp zu schulen, der wegen seines Cockpits einen unkomplizierten Übergang auf die Typen Eurocopter Tiger, NH 90 und CH-53GA erleichtert, die ebenfalls über moderne Avionik verfügen. Die Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) setzt den EC 135 ebenfalls seit September 2000 ein und betreibt heute eine umfangreiche Flotte als leichten Verbindungs- und Rettungshubschrauber, unter anderem mit dem Hellas-Laserradarsystem zur Erkennung von Drahthindernissen wie Stromleitungen.
Aufgrund des Erfolges des EC 135 hat Eurocopter auch eine Militärversion herausgebracht, die unter der Bezeichnung EC 635 vertrieben wird. Am 28. Januar 2002 startete ein EC 135 als erster Hubschrauber mit einem serienreifen Fly-by-Light-System: Beim Fly-by-Light-System wird der gesamte Datenverkehr für Steuerung und Navigation über Glasfaserkabel übertragen, was eine höhere Datenrate, eine Gewichtsreduzierung und Unempfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Interferenzen ermöglicht – besonders im militärischen Einsatz ein wichtiger Vorteil. Seit 2013 stehen weltweit über 1000 Hubschrauber des Typs im Einsatz; seit 2014 besteht eine Endmontagelinie in China. Unter der neuen Airbus-Bezeichnung H135 wird der Typ bis heute produziert.

