Die Armeeversion des Westland Lynx absolvierte ihren Erstflug am 21. März 1971, am 25. Mai 1972 folgte der Erstflug der Marineversion (Sea Lynx). Obwohl der Lynx ein Gemeinschaftsprojekt von England und Frankreich war, wurde er ausschließlich von England weiterentwickelt und gebaut.
Die deutschen Streitkräfte verwenden nur die Marineversion; sie wird zur Schiffs- und überwiegend zur U-Boot-Bekämpfung eingesetzt. Der Sea Lynx hat seitlich je einen Waffenträger, die wahlweise je mit einem Torpedo (vom Typ Mk.44, Mk.46, Stingray oder A244/S), je einer BAe Sea Skua oder je einer Wasserbombe (Mk.11) bestückt werden können.
Der Super (Sea) Lynx ist die neueste Version des Westland Lynx. Diese erheblich leistungsgesteigerte Version wurde fast komplett überarbeitet und mit einem starren Fahrwerk versehen, das Sinkraten bis zu 1,8 m/s absorbiert. Der Westland Super Lynx absolvierte seinen Erstflug am 1. Mai 1999, nachdem zuvor Teile des Entwicklungsprogramms mit dem Super-Lynx-300-Demonstrator getestet wurden.
Die Sea Lynx der deutschen Marine (Mk.88) sind im Marinefliegergeschwader 3 Graf Zeppelin (MFG3) in Nordholz stationiert. Die Bundesmarine beschaffte ab 1981 zunächst 19 Sea Lynx Mk.88 als Bordhubschrauber für die Fregatten der Bremen-Klasse; später wurden sieben weitere Maschinen nachbestellt. Von diesen wurden die verbliebenen Helikopter zwischen 1998 und 2001 auf den neuesten Rüststand Mk.88A gebracht, zusätzlich wurden sieben neue Mk.88A ausgeliefert, sodass die Marine über 22 Sea Lynx Mk.88A verfügte. Die ersten vier Mk.88A wurden am 14. April 2000 übergeben.
Jede Fregatte muss mit zwei Sea Lynx bzw. Super Sea Lynx ausgestattet werden, um den Aufgabenbereich der U-Boot-Bekämpfung optimal zu erfüllen. In der Regel ist hierbei ein Lynx für die Ortung des U-Bootes mittels Tauchsonar verantwortlich, während der zweite schließlich das Ziel mit Torpedos bekämpft. Ein großes Problem stellt die Landung bei starkem Seegang dar, da die starke Neigung des Schiffes eine Landung nahezu unmöglich macht. Ist die Maschine erst einmal gelandet, wird sie auf dem Deck verankert und kann somit Neigungen bis zu 24 Grad standhalten.
Die Verbesserungen des Super Sea Lynx:
Als Radar wird jetzt das neue Sea Spray 3000 von Marconi verwendet. Die Montage der Antenne unter der Nase ermöglicht eine 360-Grad-Rundumsicht. Dies ist vor allem beim Einsatz von Sea-Skua-Lenkwaffen wichtig, damit der Helikopter schnell abdrehen, das Ziel jedoch weiter im Visier haben kann.
Durch die Verlegung des Radars ist auf der Nase Platz für einen schwenkbaren Infrarotsensor. Man entschied sich für den MRT (Multi-Role-Turret) von Marconi, da er vom Preis und Gewicht her günstiger ist als das Sea-Owl-System; FLIR und Sonar können jedoch nicht gleichzeitig an Bord sein.
Der Einsatz von Sea-Skua-Anti-Schiffs-Lenkwaffen ist nun möglich; diese haben eine Reichweite von über 15 km und bieten eine hohe Trefferwahrscheinlichkeit auch gegen kleine Ziele.
Die Navigationsanlage wurde durch die Integration von GPS verbessert.
Ein haltbarer Rotorkopf und neue Rotorblätter aus Verbundwerkstoff mit speziell geformten Spitzen ermöglichen eine höhere Abflugmasse und verringern die Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten.
Der Heckrotor dreht sich nun im Uhrzeigersinn, wodurch seine Wirksamkeit gesteigert wird. Selbst bei Seiten- oder Rückenwind von 40 kts (75 km/h) lässt sich die Super Sea Lynx noch auf den kleinen Fregatten-Plattformen starten und landen.
Die Zelle wurde teilweise modifiziert, um bekannte Schwächen, wie den rissanfälligen Heckausleger, zu beseitigen.
Am 16. Dezember 2025 wurde der erste NH-90 MRFH Sea Tiger feierlich an die Deutsche Marine übergeben und leitet damit die Ablösung des Sea Lynx ein, der seit 1981 im Dienst der Deutschen Marine steht. Insgesamt werden 31 Hubschrauber des Typs NH-90 MRFH Sea Tiger beim Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz stationiert. Die ausgemusterten Sea Lynx sollen – analog zu den 2024 an die Ukraine übergebenen Sea King Mk.41 – möglicherweise ebenfalls an die Ukraine weitergegeben werden.

