Der PZL W-3 Sokół (dt. Falke) ist der erste Hubschrauber, der vollständig in Polen entwickelt und gefertigt wurde. Konstruktionsarbeiten begannen 1973 unter der Leitung von Stanislaw Kaminski, ein Mock-Up war 1976 fertig. Der Erstflug des Prototyps fand am 16. November 1979 statt, die Indienststellung erfolgte 1985. Bis heute wurden insgesamt rund 150 Exemplare gebaut.
Der Sokół ist mit einem 200 km reichenden Wetterradar und einem Zwei-Achs-Autopiloten ausgerüstet; die Avionik macht ihn voll IFR-tauglich. Er ist in einer Passagierversion (zwölf Personen), als Frachtversion, als Kranversion und als Rettungsversion (vier Tragen) mit Seilwinde erhältlich. Die polnische Marine betreibt eine modernisierte SAR-Version, die W-3WARM (RM für Ratownictwa Morskiego = Seenotrettung), die zwischen 2017 und 2020 acht Maschinen umfasst. Eine leichte Kampfversion ist die W-3PL Głuszec (Auerhuhn), die über ein modernes Cockpit und Bewaffnungssysteme verfügt.
Obwohl der Preis der W-3 Sokół deutlich unter dem westlicher Modelle liegt, blieb der Export überschaubar. Zu den Nutzern gehören neben Polen die Tschechische Luftwaffe (elf Maschinen, im Tausch gegen MiG-29 erhalten), Myanmar, die Philippinen, Vietnam sowie Spanien und Portugal. In Deutschland setzte die Polizei Sachsen einige Maschinen ein. Seit 2010 gehört PZL Świdnik zu Leonardo (ehemals AgustaWestland).

