Der PZL Kania (deutsch: Milan) ist im Wesentlichen eine Weiterentwicklung des Mil Mi-2, bei der die Zelle vollständig überarbeitet, auf westliche Allison-250-C20B-Turbinen umgestellt und neue Komposit-Rotorblätter sowie westliche Avionik eingebaut wurden. Die Entwicklungsarbeiten begannen 1969, der erste Prototyp auf Basis einer modifizierten Mi-2-Zelle absolvierte seinen Erstflug am 3. Juni 1979, und im Februar 1986 erhielt der Kania die Zulassung nach dem amerikanischen FAR-29-Standard.
Der PZL Kania kann sowohl als leichter Transporthubschrauber eingesetzt werden als auch acht Passagiere transportieren; die VIP-Version ist mit fünf Sitzplätzen ausgestattet. Ferner kann der Kania aufgrund einer anzukoppelnden Sprüheinheit auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Seine Rotorblätter und die Scheiben sind beheizt, wodurch er auch in kalten Regionen eingesetzt werden kann.
Trotz seiner technisch soliden Konzeption und der westlichen Zertifizierung blieb der Kania ein kommerzieller Nischenerfolg: Zertifizierungsprobleme, fehlende Westmarkt-Präsenz und die Zurückhaltung der Ostblockländer gegenüber konvertibler Währung verhinderten größere Absatzzahlen. Bis zur Einstellung der Produktion 2006 wurden insgesamt nur rund 19 Exemplare einschließlich der Prototypen gebaut. Haupt-nutzer ist der polnische Grenzschutz (Straß Graniczna) mit sieben Maschinen; auch die polnische Polizei setzt zwei Kania ein.

