Eurocopter (Sud-Est/ Aerospatiale) SE.3130/ SA 318 Alouette II

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Technische Daten
Hauptrotordurchmesser: 10,20 m
Länge: 9,70 m
Triebwerk: 1 Turbomeca Artouste IIC-Turbine Turbine mit 360WPS oder Turbomeca Astazou IIA II mit 550 WPS
Leergewicht: 890 kg
Startgewicht: 1500 kg
Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
Reisegeschwindigkeit: 170 km/h
Reichweite: 600 km
Hersteller / Land: Sud-Est (Aerospatiale) / Frankreich
 

Die SE.3130 Alouette II (Alouette = Lerche) ist der erste in Serie gefertigte turbinengetriebene Hubschrauber der Welt und Nachfolger der SE.3120 Alouette I.

Nachdem die SE.3120 Alouette I aufgrund unzureichender Flugleistungen nie in Serie produziert worden war, wurde diese mit einer 406-PS-Turboméca-Artouste IIC- Wellenturbine ausgestattet und nach Forderungen der französischen Streitkräfte weiter vergrößert. Dies führte zur Geburt des äußerst erfolgreichen leichten Mehrzweckhubschraubers Alouette II. Der erste Prototyp absolvierte seinen Erstflug am 12. März 1955 und erfüllte dank der Turbine nun die gewünschten Flugleistungen. Wenige Wochen später folgte der Erstflug des zweiten Prototyps, desweiteren wurden drei Vorserienmaschinen für Erprobungsflüge und Zulassungsabläufe gefertigt. Die Alouette II erhielt ihre Musterzulassung schließlich am 2. Mai 1957 und stellte bereits wenige Wochen nach dem Erstflug am 6. Juni 1955 einen neuen Höhenrekord über 8209m auf. Dieser Rekord wurde 1958 nochmals mit einer Höhe von 10984m überboten.

Die Alouette II besitzt nun eine fünfsitzige, vollverglaste Kabine, welche dadurch hervorragende Sichtmöglichkeiten auch in Bodennähe bietet. Neben zivilen Aufgaben wurde sie insbesondere beim Militär zu Beobachtungs- und Verbindungsaufgaben, sowie im SAR-Dienst und zur Schulung eingesetzt. Das mittlere Segment der Alouette II beinhaltet den Tank und trägt Turbine, Getriebe, Rotormast und den dreiblättrigen Hauptrotor, welcher im Uhrzeigersinn rotiert. Ferner soll die Anordnung der Bleche stärkere Wirbelbildung vermeiden, der Metallbügel am Heckausleger soll den Zweiblattheckrotor vor Kollisionen schützen.

Aerospatiale verbesserte die Alouette II weiter und integrierte die stärkere 530-PS-Turbomeca-Astazou-Turbine, der Erstflug der SA 318C (SA.3180) erfolgte schließlich am 31. Januar 1961. Die Astazou Turbine verleiht der Alouette II bei einem geringeren Treibstoffverbrauch zu einer um fünfzig Prozent größeren Flugdauer bzw. Reichweite.

Drei Jahre später im Jahre 1964 wurde die Serienproduktion auf die SA 318C umgestellt, bis 1962 lagen insgesamt eintausend Bestellungen der Alouette II vor.

Im Zuge der Vereinheitlichung der Typenbezeichnung wurde 1967 die SE.3130 in SA 318B und zuvor die leistungsstärkere Version SA.3180 in SA 318C umbenannt.

Als Luxusversion war ferner die SE.3131 ?Gouvernor? mit vollverkleideter und aerodynamisch optimierter Zelle erhältlich.

Hauptabnehmer der Alouette II waren die französischen Streitkräfte (363 SE.3130 + 15 SA 318C) und die deutschen Heeresflieger (247 SE.3130 + 53 SA 318C). Zu den weiteren Kunden zählen unter anderem Belgien, Schweiz, England, Österreich, Kambodscha, Niederlande, Israel, Libanon, Tunesien und die Dominikanische Republik.

Das deutsche Heer verwendete von Beginn an auch einen Teil der Alouette zur Panzerbekämpfung mit Visiereinrichtung und Waffenträgern für Panzerabwehrraketen vom Typ SS 11 (Lenkrakete der ersten Generation). Dieser Rüstungszustand war jedoch für die allgemeine Ausstattung der Truppe nicht geeignet, weil das relativ hohe Gewicht der Ausrüstung nur eine Teilbetankung und somit eine kurze Operationsdauer zuließen. Ferner waren die Leistung der Visiereinrichtungen und der Lenkwaffen derzeit noch ungenügend. Dennoch wurden mit diesen Mustern wertvolle Erfahrungen für den späteren Einsatz der BO-105 PAH 1 gewonnen. Derzeit läuft bei der Bundeswehr die Umstellung der Alouette II auf die EC 135 SHS als Schulungshubschrauber.

Bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1975 wurden somit über 1300 Maschinen an 126 Kunden in 46 Ländern der Erde ausgeliefert.

 

Version vom 24.01.2018