Eurocopter AS 332 Super Puma/ AS 532 Cougar/ EC 225/ EC 725

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Technische Daten
Hauptrotordurchmesser: 15,60 m
Länge: 16,29 m
Triebwerk: 2 Turbomeca Makila 1A1 Turbinen (je 1900 PS)
Leergewicht: 4460 kg
Startgewicht: 8600 kg
Höchstgeschwindigkeit: 295 km/h
Reisegeschwindigkeit: 270 km/h
Reichweite: 870 km ohne Reserve
Hersteller / Land: Aerospitale / Frankreich
 

Aufgrund des großen Erfolgs der Puma entstand der AS 332 Super Puma, die Militärversion wurde später AS 532 Cougar genannt. Der Super Puma absolvierte seinen Erstflug am 13.9.1978 und wurde erheblich verbessert. Zu den Veränderungen zählt eine überholte Aerodynamik, bessere Leistungen, stabilere Flugeigenschaften und eine bruchsicherere Kabine. Ferner ist er sehr wartungsarm und auf Wunsch können Zusatztanks (sämtliche Tanks sind selbstdichtend) in der Kabine und in den Hauptfahrwerkverkleidungen installiert werden. Viele Versionen bieten zudem durch einen verlängerten Rumpf mehr Platz, meist zu erkennen an dem Buchstaben "L" für lang bzw. franz. longue in der Typenbezeichnung, "C" steht hingegen für franz. court = kurz. Zur Avionik zählen beispielsweise VHF/UHF-Sprechfunk, ein Funk-Kompass, Doppler-Decca-Navigator, Funk-Höhenmesser, ein Autopilot, ein Streckenentfernungsanzeiger und Anzeigen für Geschwindigkeit über Grund und Abdrift. Das Getriebe kommt etwa eine Stunde lang ohne Schmierung aus, und der Rotor verkraftet Treffer bis zum Kaliber 12 mm. Da die Turbinen keine Aufwärmphase benötigen ist er sofort einsatzbereit. Eurocopter war es aufgrund dieser Leistungen des Super Puma gelungen an den Erfolg seines Vorgängers anzuknüpfen, bis Januar 2001 wurden so schon insgesamt über 581 Maschinen rund um den Globus verkauft.

Äußerlich ist die Super Puma von ihrem Vorgänger durch drei Merkmale zu unterscheiden:

  • Die Super Puma hat auf dem Hauptrotorkopf eine kleine Haube (aerodynamische Verkleidung)
  • Am Hecksporn der Super Puma ist eine Verkleidung angebracht
  • Das Hauptfahrwerk der Super Puma hat jeweils nur ein Rad, die Puma hat pro Hauptfahrwerk zwei Räder

Aufgrund ihrer guten Leistungen stellt die Super Puma einen wichtigen Bestandteil des fliegerischen Dienstes der Bundespolizei (Bundesgrenzschutz) dar. Die Super Puma ist voll Nachtflug tauglich und mit GPS zur Navigation ausgestattet, ferner ist er als einziger Hubschrauber der Bundespolizei mit einer Blattenteisung ausgerüstet.


Heute ist der AS 332 Super Puma (Zivilversion) in folgenden Versionen vorhanden:

  • AS 332CI Super Puma (Mk1) - Ausführung der Super Puma mit verkürztem Rumpf
  • SA 332L1 Super Puma (Mk1) - Standartausführung mit langem Rumpf und Platz für 20 Passagiere
  • AS 332L2 Super Puma (Mk2) - Version des L1 mit nochmals gestrecktem hinteren Kabinenbereich, einem neuen Spheriflex-Rotorkopf und stärkeren Triebwerken (Makila 1A2)


Der AS 532 Cougar (Militärversion) ist in folgenden Versionen vorhanden:

  • AS 532UC Cougar (Mk1) - militärische Mehrzweckversion (U = utility) mit kurzen Rumpf; Platz für bis zu 21 Soldaten
  • AS 532AC Cougar (Mk1) - bewaffnete (a = armed) Version der AS532UC, ebenfalls mit kurzem Rumpf
  • AS 532SC Cougar (Mk1) - Marineversion (S = shipborne) mit kurzem Rumpf, wird zur U-Boot- und Schiffsabwehr eingesetzt, die
    Rotorblätter sind faltbar, das Leitwerk ist einziehbar
  • AS 532UE (Mk1) - vereinfachte Ausführung mit festem Fahrwerk, wurde früher als Cougar 100 bezeichnet, und wird 15 bis 20 Prozent billiger als die Standartausführung angeboten, diese Version wird jedoch heute mangels Interesse nicht weiterverfolgt
  • AS 532UL (Mk1) - im vorderen Bereich im Rumpf um 76cm verlängerte Version mit zusätzlichen Seitenfenstern, bietet Platz für bis zu 25 Soldaten. Die ALAT (französisches Heer) plant den AS 532UL Horizon mit dem "Horizon" Bodenüberwachungs-Radar.
  • AS 532AL (Mk1) - bewaffnete (A) Ausführung der AS 532UL mit langem Rumpf
  • AS 532U2 (Mk2) - im hinteren Kabinenbereich gestreckte Ausführung der AS 532UL mit neuem Spheriflex-Rotorkopf und stärkeren Triebwerken (Makila 1A2), Platz für bis zu 29 Soldaten
  • AS 532A2 (Mk2) - bewaffnete (A) Ausführung des AS 532U2

Je nach Version kann der AS 532 Cougar wahlweise mit einer 20-mm-Bordkanone oder zwei MGs oder zwei 68-mm-Raketenwerfern mit 22 Raketen bestückt werden. Der AS 532SC kann hingegen mit zwei Torpedos vom Typ "Sting Ray", DTCN Murene AST oder DTCN L4 zur U-Boot-Abwehr bestückt werden. Zur Schiffsabwehr stehen ihm Flugkörper vom Typ AS.15TT, AM.39 Exocet oder BAe "Sea Skua" zur Verfügung, zur Lenkung der Flugkörper und Torpedos sowie zur Ortung des Feindes ist er mit Tauchsonar, MAD-Sensor-Crouzet DHAX-3 (Schleppsonar) oder Sonarbojen ausgestattet.


EC 225/ EC 725 (Mk2+)

Aufgrund der starken Konkurrenz durch den S-92 von Sikorsky und den neuen EH 101, sowie dem eigens entwickelten NH90 überlegte Eurocopter wie man den Super Puma/ Cougar attraktiver gestalten könnte. Ferner hatte die französische Luftwaffe bereits den AS 532A2 bestellt, der jedoch später den Ansprüchen nicht mehr gewachsen war und die Stimmen nach einer verbesserten Version laut wurden. Zunächst sahen die Ingenieure die Entwicklung des Mk3 mit einer wesentlich größeren Kabine vor, diese Entwicklung wurde jedoch aufgrund zu hoher Entwicklungs- und Herstellungskosten wieder verworfen und man einigte sich auf die Version Mk2+. Der erste Prototyp des Mk2+, eine Weiterentwicklung des AS 532A2/U2, absolvierte seinen Erstflug am 27. November 2000 und bietet bessere Leistungen sowie viele neue Ausrüstungsoptionen, wobei die Kabinengröße gleich geblieben ist und daher alle Ausrüstungsoptionen der alten Version wählbar sind. Vermarket wird der Mk2 nun jedoch unter einer völlig neuen Typenbezeichnung, so erhält die Zivilversion die Bezeichnung EC 225, die Militärversion hingegen trägt nun die Bezeichnung EC 725. Derzeit werden beide Versionen noch zahlreichen Tests unterzogen, daher werden noch weitere Prototypen folgen, die zivile Zulassung ist für Ende 2002, die militärische Zulassung für Mitte 2003 angestrebt.
Der EC 225/ EC 725 wurde mit der neuen Turbomeca Makila 1A4 Turbine (je 1566 kW) versehen, die bis zu 14 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger erbringen und eine Modifikation des Hauptgetriebes mit sich zogen.
Desweiteren wurde der Vierblattrotor durch einen neuen und größeren Fünfblattrotor ersetzt, der optional mit einem Enteisungssystem erhältlich ist. Durch diese Modifikationen konnte die Leistung erheblich gesteigert und das max. Startgewicht auf 11.000 kg erhöht, sowie die Vibrationen erheblich reduziert werden. Zu den weiteren Erneuerungen des EC 725 Resco (Recherche et Sauvetage au Combat = Suche und Rette unter Kampfbedingungen) der Armèe de l´Air (Frankreich) gehören vier große und zwei kleinere Farb-LCDs zur Anzeige von Triebwerks- und Systemdateien und einem neuen digitalem Kartensystem. Ferner wurde ein neues GPS- und Doppler-System sowie eine neue Hochfrequenz- Funkausrüstung hinzugefügt, die Nase wurde intern mit einem Wärmebildsensor versehen. Revolutionär ist jedoch die Einführung einer Betankungssonde, die momentan nur für den Flugzeugtyp C-130 Hercules zugelassen ist und von Frankreich mangels dieses Typs nicht gewählt wird, die Übernahme der Betankungssonde durch die Royal Saudi Airforce ist jedoch schon beschlossene Sache.
Der EC 725 ist weiterhin mit Kevlar-Matten im Cockpit und Kabine versehen um die Crew zu schützen, die Bewaffnung umfasst eine 20-mm-Kanone und/oder 7,62-mm-MGs in den Seitenfenstern mit je 1000 Schuss. Zur weiteren Ausrüstung zählen eine Rettungswinde, die 275 kg trägt, sowie eine Ersatzwinde, Suchscheinwerfer und Notschwimmer für eine Wasserlandung.


Version vom 24.01.2018